
TOTAL: Umbauplanung Eiermann
Mit der Berliner Planung war offensichtlich der
junge Eiermann beauftragt worden, sicher auch aufgrund einer persönlichen
Bekanntschaft mit Waldemar Foerstner, dem Direktor der TOTAL KG. Die
Planung scheiterte dann jedoch am Einspruch Speers, des Generalbauinspektors
für die Reichshauptstadt. Bereits 1936/37 hatte Eiermann eine scharfe
Auseinandersetzung mit Speer bei der Planung der Laborgebäude für die
DEGEA-AUER in der Berliner Torfstrasse. Dort konnte er sich allerdings
gegen seinen ehemaligen Kommilitonen letztlich durchsetzen. In diesem
Fall aber musste Eiermann die Planung an
Friedrich
Tamms abgeben, dessen Entwurf von der TOTAL KG allerdings nicht verwirklicht
wurde. Stattdessen entschloss sie sich für den Kauf eines Gebäudes am
Kurfürstendamm. Möglicherweise als Kompensation für den entgangenen Auftrag
wird Eiermann mit der Planung der Apoldaer Fabrik betraut.
Der hauptsächliche Grund wird jedoch in der fachlichen Qualität und Ambitioniertheit
von Eiermanns Arbeit zu sehen sein, die Foerstner offensichtlich erkannte
und mittrug. In diesem Vertrauen konnte dann auch der aufsehen-
erregende Apoldaer Bau realisiert werden.
