1930 gründet Eiermann gemeinsam mit seinem Studienfreund
Fritz Jaenecke ein Privatbüro
in Berlin.
Eiermann und Jaenecke waren nach dem Diplom unterschiedliche Wege gegangen, hatten aber den Kontakt nicht verloren. Jaenecke hatte für Poelzig die Bauleitung beim Kraftwerk Schulau an der Unterelbe inne. Ihre Zusammenarbeit erproben sie im Berliner Justizpalast-Wettbewerb von 1930, bleiben aber ohne Auszeichnung. Das Büro firmiert unter Jaeneckes Privatadresse in Berlin-Schöneberg, Kleiststrasse 11. Dies bleibt auch so bei zwei weiteren Umzügen des Ehepaars Jaenecke, 1931 in die Zimmerstrasse 92/93, 1933 in die Lutherstrasse 3, mit dem einzigen Unterschied, dass Eiermann nun selbst mit einzieht. In der Arbeit hingegen scheint Eiermann die Rolle des "primus inter pares" eingenommen zu haben, wie es auch dem sehr verschiedenen Naturell der beiden entspricht: Eiermann optimistisch, selbstbewusst und unbedenklich, Jaenecke zurückhaltend.